CTO-Herbstforum bei MHP, Osram berichtet über die digitale Transformation in der Lichttechnologie

Am 25.-26. Oktober trafen sich über 50 Vorstände und Geschäftsführer großer mittelständischer Technologieunternehmen zum CTO-Herbstforum beim digitalen Beratungsunternehmen MHP der Porsche AG in Ludwigsburg. Unter dem Motto: „Der CTO als Zukunftsgestalter – Menschen, Fähigkeiten, Organisationen“ wurde in den anderthalb Tagen über das Rollen und Führungsverständnis der Technologievorstände in ihren Unternehmen und in der Gesellschaft diskutiert.

Das CTO-Forum steht als Veranstaltungsreihe des Dieselkuratoriums, dem Wahlgremium zu ältesten Deutschen Innovationspreis, der Dieselmedaille, unter dem Motto: „Der CTO verantwortet die technische Vision des Unternehmens“. Um die aktuellen Herausforderungen der CTOs branchenübergreifend zu diskutieren, Erfahrungen auszutauschen, sich persönlich besser zu vernetzen und Lösungsansätze von Experten zu evaluieren, laden die Mitglieder des Dieselkuratoriums Kollegen zweimal im Jahr zum CTO-Forum am Deutschen Institut für Erfindungswesen (D.I.E.) ein.

Anwesend waren die Geschäftsführer und Vorstände unter anderem von Abus, Claas, Miele, Jenoptik, Goldbeck, Fritz Dräxlmaier, Schott, Osram, Arri, Krones, Festo, Fresenius Medical Care, Hansgrohe, Hilti, Wilo, Windmöller & Hölscher, Hettich, Schattdecor, Felix Schoeller, Heraeus, Dehn + Söhne, Empolis, Carl Bechem sowie die Präsidenten und Hauptgeschäftsführer des technisch-wissenschaftlichen Beirats, unter anderem Hr. Prof. Dr. Dieter Spath Deutsche Akademie für Technikwissenschaften, Hr. Dr. Klaus Mittelbach vom Zentralverband der Elektrotechnik- und Elektroindustrie sowie Hr. Hartmut Rauen vom VDMA. Die Moderatoren des Industrierates Strategie|Organisation, Hr. Johannes Spannagl und Hr. Dr. Dirk Artelt von Wieselhuber und Partner und des Industrierates Zukunft Hr. Prof. Dr. Gunther Herr vom WOIS Institut waren ebenfalls zugegen und präsentierten ihre Arbeitsergebnisse.

Ebenso dabei waren Vertreter des Fachbeirats des Dieselkuratoriums, wie Hr. Urban August von Siemens Industry Software, Hr. Dietmar Bichler, Bertrandt AG und Dr. Markus Kirchler, MHP Management- und IT-Beratungs GmbH der als Hausherr auch die Begrüßung und das Rahmenprogramm gestaltete.

 

Prof. Dr.-Ing. Christian Bauckhage, Professor für Informatik an der Universität Bonn und Lead Scientist für maschinelles Lernen am Fraunhofer IAIS führte unter dem Titel „Quo Vadis KI 2018“ in das aktuelle Thema der künstlichen Intelligenz ein, als einer der führenden Experten zu diesem Thema zeigte er auch mögliche Zukunftsszenarien für Gesellschaft und Industrie auf, die sich aus der Weiterentwicklung der Technologie ergeben. Prof. Bauckhage arbeitet insbesondere an hybriden kognitiven Systemen, die nicht nur anhand von Daten lernen, sondern auch Expertenwissen nutzen, um zu nachvollziehbaren Entscheidungen zu kommen. In Industrieprojekten werden derartige Lösungen etwa zur automatischen Qualitätskontrolle oder zur automatischen Analyse von Geschäftsberichten genutzt.

Kuratoriumsmitglied Dr. Stefan Kampmann, Vorstand Technik der OSRAM AG sprach die Keynote unter dem Titel: „Respektvolle Respektlosigkeit – mein Führungsmantra als CTO in Zeiten des exponentiellen Wandels bei OSRAM“. Osram ist mit 4,1 Mrd. Euro Umsatz und über 26 Tausend Mitarbeitern in 120 Ländern ein Weltmarktführer in der Beleuchtungstechnologie. Anwendungen die die Zukunft des Unternehmens prägen werden, sind Beleuchtung, Sensierung, Visualisierung und Behandeln. Osram befindet sich in einem tiefgreifenden Wandlungsprozess. In der Phase 1 in den Jahren 2015/2016 kam es zu einer grundsätzlichen Neuausrichtung mit der Ausgliederung des klassischen Lampengeschäfts. Die Phase 2 als Transformationsphase ist weitgehend abschlossen. Das Leuchtengeschäft wurde verkauft und Osram hat gezielt in digitale Wachstumsmärkte investiert. In der aktuell beginnenden Phase 3 will sich das Unternehmen stärker fokussieren und mit einem Strategie-update unter dem Stichwort Osram 2020+ als globaler Photonik Champion positionieren. Osram sieht sich gut aufgestellt bei den wichtigen Trends, wie autonomes Fahren, intelligente Frontbeleuchtung und der Personalisierung. Bei dem Thema der intelligenten Begleiter, die zu Trends wie der Umwelt-Sensorik, Displays und AR&VR gehören, liefert Osram photonische Sensorsysteme, Narrow Pixel Pitch und Mikrosystemintegration. Im Bereich der intelligenten Infrastruktur unter den Stichworten Industrie 4.0, Innenpositionierung und smart LEDification bietet Osram Lösungen wie Hocheffizienzlichtsysteme, Plattformen, Sensornetzwerke und intelligente Lichtkomponenten an. Mit Lightelligence bietet Osram eine eigene IoT Plattform für Lichtsysteme und darüber hinaus gehende Technologien und Services. Damit ist Osram bereits heute ein aktiver Mitspieler beim Thema IoT mit einem starken Marktzugang durch moderne Lichtsysteme für die Zukunft der digitalen Gebäude.

Dr. Kampmann weist auf das von Albert Allen Bartlett, Physikprofessor und Futurist geprägt Problem hin: „The greatest shortcoming of the human race is our inability to understand the exponential function“. Denn die wichtigsten Gesetzmäßigkeiten in der digitalen Entwicklung sind von exponentieller Natur: Das Mooresche Gesetz der Leistungsentwicklung von Computerchips, Nielsen’s Gesetz über die nutzbare Bandbreite in Netzwerken und Metcalfe’s Gesetz über den Wert von Plattformen in Abhängigkeit von der Anzahl der Nutzer. Für die digitale Transformation von Unternehmen sind diese Gesetzmäßigkeiten von entscheidender Bedeutung, denn sobald ein Geschäftsmodell digitalisiert ist, beginnt es exponentiell zu wachsen und das führt zu einer Neudefinition und Neuverteilung des „Wertes“ zwischen etablierten und neuen Marktteilnehmern und zur Konsequenz, dass Industrien zusammenwachsen und dem Entstehen neuer Partnerschaften.

Aus Sicht von Dr. Kampmann verändert sich Führung in der Digitalisierung von einem transaktionalen zu einem transformationellen Ansatz. Seiner Sichtweise nach sollten Vorbild- und Vertrauensfunktionen in Zukunft durch den CTO in Form von folgenden Paradigmen gelebt werden:

  • Vom Planungswahn zu selbstverantwortlichen Teams
  • Lernen aus Fehlern
  • Agilität durch Transparenz mit Visualisierung
  • Von Motivation von Mitarbeitern zur Vermeidung von Demotivation
  • Kultur der respektvollen Respektlosigkeit

Diese Paradigmen bringt Dr. Kampmann auf den Punkt in dem Satz: „Das heißt… Wertschätzung der Person — Klarheit in der Sache“.

Hier können Sie den Vortrag von Dr. Kampmann herunterladen: „Respektvolle Respektlosigkeit

Mit der Moderation von Dr. Markus Junginger, Associate Partner bei MHP kam es bei der Podiumsdiskussion zum Thema: „Von Glaubenssätzen und (Kosten-)Legenden in Entwicklung und Produktion – oder „Ab welchem Punkt macht uns reine Effizienz zu langsam für den Wettbewerb?“ zu einer intensiven Auseinandersetzung, welche Perspektive auf die aktuellen Herausforderungen der digitalen Transformation im Mittelstand die richtige ist.

 

Es diskutierten:

  • Dr. Stefan Breit, Miele
  • Prof. Franz Kraus, Arri
  • Dr. Stefan Nöken, Hilti
  • Thomas Ricker, Krones

Seit diesem Jahr unterhält Porsche mit seiner Tochterfirma MHP nicht mehr nur im Berliner Szeneviertel Friedrichshain-Kreuzberg ein eigenes Innovationslabor: das Porsche Digital Lab, sondern jetzt auch am Sitz des Stammhauses von MHP, mitten in Ludwigsburg. Das 600 qm große Digital-Lab wurde erst Mitte Oktober eröffnet. Der Lab-Chef Dr. Oliver Kelkar erklärt: „Die Inhalte, die wir hier bearbeiten drehen sich um die Zukunft der Mobilität und Smart City – in Verbindung mit den großen Trends wie dem Internet of Things, Industrie 4.0 und künstlicher Intelligenz“.

Hr. Wolfgang Hess hat die neue Medienpartnerschaft des Konradin-Verlags mit dem Flagschiff-Produkt „Bild der Wissenschaft“ mit der Dieselmedaille präsentiert. Mit seinen großen Verlagsprodukten „Automations praxis“, „mav“, „Industrie Anzeiger“ und „Bild der Wissenschaft“ erreicht der Konradin-Verlag eine Auflage von über 150 Tausend Exemplare in einer Zielgruppe, die für das Dieselkuratorium von großer Bedeutung ist.

Zum neuen Preis „Dieselmedaille für die beste Zukunftsidee“ wurde bereits ein Interview mit Prof. Dr. Spath und Prof. Dr. Wurzer durchgeführt, welches zum nächsten CTO-Forum in allen Medien des Konradin-Verlags publiziert wird.

Aus der Arbeit der Erfahrungsaustausche in den Industrieräten Wettbewerb, Strategie|Organisation und Zukunft berichteten zu den Themen:

  • Technologiereport zur Analyse von Eco-Systemen,
  • Vorbereitung auf die Zukunft mit agilem Management und
  • Orientierung für Potenzialrichtungen in Zeiten softwareinduzierter Geschäftsmodellinnovationen

die Moderatoren: Hr. Prof. Dr. Wurzer, Hr. Spannagl und Hr. Dr. Artelt und Hr. Prof. Dr. Gunther Herr.

Im Industrierat Strategie | Organisation wurde intensiv über die Potenziale, Hindernisse und Herausforderungen des agilen Managements diskutiert. Das Treffen fand am 18.10.2018 in Haiger bei der Firma Rittal statt. Es wurden fünf Gestaltungsfelder für die Einführung eines agilen Managements im betrieblichen Kontext herausgearbeitet:

  • Strategie und Vision: „Sinnstiftung“ für die Mitarbeiter
  • Führung und Kommunikation: Neues Rollenverständnis der Führungsebene
  • Agiles Mindset: Notwendigkeit des Kulturwandels
  • Strukturen und Prozesse: Selbstorganisation
  • Methoden und Systeme: Befähigung der Mitarbeiter.

Abschließend gab es noch die Berichte aus der Zukunftswerkstatt des Dieselkuratoriums mit der Vorstellung neuer Initiativen für das Dieselkuratorium und die CTO-Community.

Hr. Dr. Edgar Jochheim, Abteilungsvorstand am Deutschen Institut für Erfindungswesen präsentierte die Open-Innovation-Plattform für die neue Auszeichnung „Dieselmedaille für die beste Zukunftsidee“. Unterstützt von den Dekanen der Dieselmedaille Claas, Osram, Rittal, Schüco und Stihl konnte die Open-Innovation-Plattform bereits mit Fragestellungen für interessierte Absolventen der technischen Fakultäten befüllt werden. Zusammen mit der Hall-of-Fame deutscher Spitzentechnologie soll die neue Auszeichnung dazu dienen, den mittelständischen Technologieunternehmen eine Plattform zu bieten, um sich gegenüber hochqualifizieren Absolventen der technikwissenschaftlichen Fakultäten zu präsentieren und gleichzeitig sollen die besten Zukunftsideen öffentlich durch eine Dieselmedaille ausgezeichnet werden. Die erste Finalveranstaltung für die „Dieselmedaille für die beste Zukunftsidee“ wird im Herbst 2019 in Augsburg im MAN-Diesel-Museum stattfinden.

Hr. Prof. Kurt Mehnert und Fr. Junzi Yang präsentierten gegenüber dem Dieselkuratorium ihre Initiative das CTO-Forum und die Dieselmedaille auch in der VR China zu positionieren und zu repräsentieren.

Abschließend stellte Prof. Dr. Alexander Wurzer gemeinsam mit Hrn. Urban August von Siemens PLC die Initiative „Innathon für die digitale Disruption“ vor. Ziel des Innathons ist es in einer Veranstaltung gemeinsam neue, innovative und kreative Lösungsansätze zu entwickeln.

 

 

Das inspirierende und motivierende Treffen wurde noch ausgiebig gefeiert und mit intensivem Gedankenaustausch abgeschlossen.

 

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