Rudolf-Diesel-Empfang mit Technologieforum im Büro der Zukunft bei Microsoft

Auf dem Rudolf-Diesel-Empfang, anlässlich der Verleihung der Dieselmedaillen am 13. April 2018, wurde von Microsoft das Büro der Zukunft vorgestellt. Vor einem Jahr eröffnete Microsoft seine Deutschland-Zentrale in München-Schwabing als eines der bundesweit modernsten Büros. München gilt als IT-Hauptstadt Deutschlands. Bisher kamen über 50.000 Gäste in die Räume des IT-Konzerns, um sich über die Realisierung der Zukunft bei Microsoft zu informieren. Mit dem „Smart Workspace“ hat Microsoft in enger Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer IAO (Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation) das Konzept für das Arbeiten 4.0 entwickelt und eine eigene Vision vom Büro der Zukunft realisiert. Auf sieben Etagen und über 26.000 Quadratmetern Fläche, mit elf Dachterrassen und einer technologischen Ausstattung auf höchstem Niveau sowie hohen Nachhaltigkeitsstandards bietet Microsoft Deutschland einen Einblick in das Arbeiten der Zukunft unter optimalen Bedingungen.

Mit dem „Smart Workspace“ hat Microsoft gemeinsam mit dem Fraunhofer IAO ein Raum- und Ausstattungskonzept entwickelt, das die starre, einheitliche Arbeitsplatzbindung auflöst und auf neue, offene Bürostrukturen setzt, die auf unterschiedliche Arbeitsanforderungen ausgerichtet sind und flexibel genutzt werden können. Im Mittelpunkt stehen dabei immer die Mitarbeiter mit ihren individuellen Bedürfnissen, Talenten und Anforderungen an Arbeitsplatz und Art der Tätigkeit. So können jedes Team und jeder Mitarbeiter selbst entscheiden, wie und in welcher Zusammensetzung sie wo zusammenarbeiten möchten. Mit dem „Smart Workspace“ als flexible Arbeitsumgebung stimuliert Microsoft das Arbeiten im Flow und schafft optimale Bedingungen für ein produktives Hoch bei unterschiedlichen Leistungsanforderungen.

Neben den Möglichkeiten die Räume und konkreten Technologien von Microsoft anzusehen und vorgeführt zu bekommen, wurden noch andere Technologien im Rahmen des Technologieforums auf dem Rudolf-Diesel-Empfang gezeigt und diskutiert. Von der Betrandt AG wurde ein Versuchsträger zu modernsten Assistenzsystemen vorgestellt. In der Automobilindustrie ist das „Autonome Fahren“ mehr als ein Trend. Für Klaus Härtl, Fachbereichsleiter Elektronik-Entwicklung bei der Bertrandt AG, steht fest: „Partnerschaften, die verschiedene Kompetenzen bündeln, sind unerlässlich, um den damit verbundenen Herausforderungen Rechnung zu tragen. Mit der Kooperation zwischen Bertrandt und dem Fraunhofer IIS (Institut für integrierte Schaltungen) nutzen beide Partner Synergien. Das Fraunhofer IIS bringt wertvolles Know-how zu den Lokalisierungstechniken ein, Bertrandt seine Erfahrungen zum autonomen Fahren sowie den fahrzeugnahen Themen: dem Fahrzeug-Know-how und gesamtheitlichen Fahrzeug- und Systemverständnis, um die dargestellte Funktion im Kontext der Steuergeräte-Architektur ins Fahrzeug zu integrieren.“ „Im Zuge des Innovationsprojektes zu vernetzten Assistenzsystemen ist als einer der Showcases das ‚Halten an der Stopplinie’ entstanden“, so Klaus Härtl weiter.

Dr. Wolfgang Felber, Leiter des Geschäftsfelds Lokalisierung am Fraunhofer IIS, erläutert den technischen Ansatz: „Der Vorteil ist, dass wir Technologien nutzen, die schon heute in jedem modernen Fahrzeug vorhanden sind. Dadurch wird keine zusätzliche Hardware benötigt, um die Lösung auf die Straße zu bringen. Allein die intelligente Kombination vorhandener Technik zur genaueren Lokalisierung macht dies möglich.“

Kunden und Partner nutzten die Veranstaltung, um im Versuchsfahrzeug Platz zu nehmen und sich von der Leistungsfähigkeit der prototypischen Lösung zu überzeugen. Durch die Integration des Systems in bestehende Assistenzfunktionen wird der Fahrer nicht durch eine zusätzliche Anzeige abgelenkt. Im Cockpit ist ersichtlich, in welcher Entfernung sich die Stopplinie befindet, an der gehalten werden soll.
Geschwindigkeitsabhängig wird etwa 100 Meter vorher der automatische Bremsvorgang eingeleitet. Andere Assistenzsysteme werden durch die zusätzliche Funktion nicht beeinflusst. Die realisierte Lösung lässt das Fahrzeug auf ca. 50 Zentimeter genau an der Stopplinie halten – allein durch die Nutzung neuartiger Korrekturdaten. Diese Genauigkeit kann bei Bedarf auch durch den Einsatz verbesserter Technik gesteigert werden. Standard-GPS-Empfänger, wie sie bislang eingesetzt werden, ermöglichen nur eine Positionierung im Meterbereich.

Damit das Auto genau an der Stopplinie zum Halten kommt, sind Infrastrukturdaten notwendig, wie die Position von Stopplinien, Ampeln usw. Darüber hinaus ist eine zuverlässige und genaue Lokalisierung erforderlich. Dazu erläutert Dr. Wolfgang Felber: „Die Leistung eines Standard-GPS-Empfängers genügt diesen Ansprüchen nicht. Korrekturdaten, wie sie bislang verwendet werden, erhöhen zwar dessen Genauigkeit, werden aber nur auf Abruf per Mobilfunk übertragen und benötigen wertvolle Bandbreite. Neuere Korrekturdaten sind in einer Region verwendbar und können von allen Fahrzeugen in dieser genutzt werden. Das von Bertrandt und uns entwickelte Verfahren setzt auf den digitalen Radiostandard DAB als Broadcast-Medium. Zukünftig sind aber auch andere Übertragungswege denkbar, z. B. über den neuen Mobilfunkstandard 5G oder per Satellit. Wir möchten zeigen, was schon jetzt mit aktueller Technik möglich ist.“ Bei Ausfall des GPS-Empfangs oder der Korrekturdaten kann auf die Fahrzeug-Inertialsensorik und Odometrie, die Positionsschätzung des Fahrzeugs anhand der Radumdrehungen, zurückgegriffen werden.

Im Mittelpunkt des vorgestellten Assistenzsystems steht die Unterstützung des Fahrers im Hinblick auf Komfort und Sicherheit. Zudem werden Ressourcen geschont, z. B. Kraftstoff und Verschleißteile im Auto durch die Optimierung von Kurvengeschwindigkeiten bei automatisierter Fahrt. Durch diese präzisen Ortsinformationen wird auch die Qualität von Schwarmdaten, die von erheblicher Bedeutung für zukünftiges vernetztes Fahren sind, optimiert. Ein Szenario ist zum Beispiel die Detektion von Straßenschäden, zu der jedes Fahrzeug Daten sammelt und an eine Cloud sendet. Nachfolgende Fahrzeuge passen automatisch die Dämpferregelung an und Ausbesserungsarbeiten können gezielter stattfinden.

Osram stellte im Rahmen des Technologieforums während des Rudolf-Diesel-Empfangs den HL-Prototypen „Augmented Lighting Design“ als Produktvision vor. Anhand eines Use Cases wurde demonstriert, wie digitale Technologien den Lichtplanungsprozess optimieren können. Die Lösungen hilft dem Lichtplaner einen tiefen Einblick in sein Lichtkonzept zu geben, ermöglicht es ihm, dieses Konzept dem Kunden auf eine neue Art und Weise erlebbar zu machen. Lichtplaner und Kunde haben so einen effizienten und interaktiven Zugang zu zukünftigen Lichtszenarien. Architekten, Elektroplanern und Installateuren wird ein detailliertes Verständnis über die Integration des Lichtkonzepts in die Räumlichkeit geboten und durch ein einfaches, intuitives Interface können etablierte Lichtberechnungsprogrammen eingesetzt werden.

 

Darüber hinaus gab es Showcases und Führungen. Unter anderem zum Thema Cybersecurity. Bei einem Vortrag mit Quiz konnten die Teilnehmer ihr eigenes Wissen in der Sache testen und bekamen einen Überblick zu diesem immer wichtiger werden Thema. Zur künstlichen Intelligenz wurde zu den Beiträgen von Microsoft diskutiert und auch über die Fragen von Verantwortung und ethischen Grundsätze ein intensiver Dialog geführt. Auf der obersten Etage präsentierte sich das Microsoft Technology Center und es konnten live verschiedene Zukunftstechnologien praktisch ausprobiert werden.

 

Einige Showcases zeigten ganz konkret, wie man zum Beispiel mit KI-Technologien umgehen kann und welche Leistungsfähigkeit schon heute realisierbar ist. So zum Beispiel bei den Akten zum Attentat an John F. Kennedy. Im Oktober 2017 musste Donald Trump aufgrund eines Gesetztes den Großteil der Ermittlungsunterlagen veröffentlichen. KI-basierte Maschinen sind wahnsinnig schnell und gut darin, Daten nach bestimmten Mustern zu durchforsten. Microsoft hat eine Webseite gebaut, die Azure KI-Technologien nutzt, um aus der ungeordneten Fülle von zunächst rund 6.000 freigegebenen (deklassifizierten) Dokumenten mit 34.000 Seiten eine Sammlung geordneter Informationen zu machen, die leichter zu recherchieren sind. Die Besucher konnten das Projekt besuchen, welches sich noch in einem frühen Entwicklungsstadium befindet. Im Rahmen des Empfangs konnten die Teilnehmer selbst zum Detektiv werden und live nach Zusammenhängen in den Daten suchen.

Ein weiterer Show-Case war das COBI Brezn Bike, welches die Zukunft des vernetzten Fahrradfahrens live erlebbar machte. Microsoft ISV Partner COBI (Connected Biking) zeigte, wie sich die Nutzungserfahrung des Fahrradfahrens durch die Vernetzung des Smartphones mit dem Fahrrad verändert. Das mit verschiedenen Innovationspreisen ausgezeichnete System bietet verschiedene Unterstützungssysteme für mehr Sicherheit, Bequemlichkeit und Spaß auf dem Fahrradweg. Die gezeigte Architektur kann erweitert auf mehrere Fahrräder erweitert und in systemische Mobilitätssysteme integriert werden. COBI wurde kürzlich von Bosch eBike-Systems akquiriert. COBI hat sich zu einem zukünftigen Cloud & IoT-Lösungsanbieter für Fahrrad & Mobilitätsansätze bei Bosch entwickelt.

Abschließend zeigte NVIDIA noch eine Beispielanwendung von künstlicher Intelligenz in der Kunst. Ein KI-basierter Algorithmus transformierte ein Foto der Teilnehmer in ein Kunstwerk, in dem typischen Stil von bekannten Malern der Wahl. Die Rechenleistung für dieses kleine Wunderwerk kam vom MS-Cloud-Service Azure.

 

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