Weltweiter Kampf gegen Plagiate im Internet: Wie Swarovski sich gegen Piraten wehrt, der Global IP Enforcement Chef berichtet beim MIPLM

Weltweit hat Swarovski es mit Plagiaten und Fälschern seiner Produkte auf Handelsplattformen zu tun. Aber durch die Zusammenarbeit mit der chinesischen Internetplattform ALIBABA und den Einsatz einer eigenen Enforcement-Group konnten erste Erfolge erzielt werden.

Swarovski ist ein Hersteller von Kristallglas aus Österreich. Die besondere Fähigkeit das Material zu schleifen prägt das Unternehmen seit seiner Gründung 1895. Swarovski ist weltweit eine der führenden Marken im Bereich Schmuck und Accessoires. In der Marke Swarovski verschmelzen modisches Design mit einem globalen Branding-Anspruch. Die kontinuierlichen Weiterentwicklungen der Materialien und Techniken machen Swarovski zu einem führenden Hersteller und Marktrepräsentanten für funkelnde Kristallkreationen.

Die Markenführung von Swarovski gilt als vorbildlich. Paul Steiner hat in seinem Buch „Sensory Brand“ unter anderem Swarovski als Fallbeispiel herausgegriffen. Beispielsweise zeichnet der international renommierte, österreichische Künstler André Heller für die einzigartige Markenplattform Kristallwelten in der Tiroler Region Hall-Wattens verantwortlich. In den zehn Fußballfelder großen Erlebnispark der Kristallwelten eingearbeitet sind Bereiche, die als Wunderkammern bezeichnet werden, von Künstlern wie Brian Eno, Keith Haring, Andy Warhol und Niki de Saint Phalle geschaffen, gestaltet und inspiriert wurden.

Weltweit hat Swarovski es mit Plagiaten und Fälschern seiner Produkte und Handelsplattformen zu tun. Leo Longauer, ein Absolvent des MIPLM, (Master Programm for Intellectual Property Law and Management) hat am 21.02.2017 die Dinner Speech beim MIPLM 2016/2017 am CEIPI (Centre for International Intellectual Property Studies) gehalten. Er ist Director, Global IP Enforcement bei Swarovski und ist für die Entwicklung und Implementierung der Marken-Durchsetzungsstrategien für die Marke Swarovski verantwortlich. Er leitet die in-house Ressourcen von Swarovski für die Markendurchsetzung und alle weltweiten Operations dazu. Bevor er zu Swarovski ging, leitete er den IP-Bereich der UBS und führte eine Markenprüfungsabteilung am Eidgenössischen Institut für geistiges Eigentum in Bern.    

Wie aktuell die Ausführungen von Leo Longauer waren, zeigt sich am  Fall mit Alibaba – einer chinesischen Handels- und Kommunikationsplattform (B-to-B). Mit 53 Mio. Benutzern aus 240 Ländern und Regionen, eine der weltweit größten. 2013 wurden nach Schätzungen etwa Waren im Gegenwert von 240 Mrd. Dollar über die Plattform Alibaba gehandelt. Im Januar 2017 ging die Meldung beim US-amerikanischen Nachrichtendienst Bloomberg über die Ticker, dass Alibaba als erste chinesische E-Commerce-Plattform einen Verkäufer von gefälschten Swarovskiprodukten verklagt, in einer Höhe von 1,4 Mio. Yuan (umgerechnet US$ 202.000). Dieser Schritt gilt als Nachweis für die Strategie des Handelsgiganten aus dem Reich der Mitte Markenpiraten nachhaltig von seiner Plattform fern zu halten. Doch damit nicht genug. Im August 2016 konnte die Enforcement-Group von Leo Longauer einen weiteren Erfolg in China feiern: Die Shenzen Louhu District fand bei einer Razzia eines Produktpiraten mehr als 125 gefälschte Uhren von Swarovski im Gesamtwert von RMB 2 Mio. (US$ 290.625).

Das Manuskript: „Brand protection challenges in 2017”

 

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Das Masterstudium of Intellectual Property Law and Management (MIPLM) läuft seit 2007 an der Universität Strasbourg mit großem Erfolg.

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