Glossar

Die wichtigsten Begriffe aus dem strategischen IP-Management für ein besseres Verständnis der Wirkung von IP in Geschäftsmodellen

Begriff Erklärung
Alleinstellungskern Objekt des → IP-Design zur Konkretisierung der → Alleinstellungsumgebung (auch Erfindungsumgebung). Beschreibt die Elemente und Merkmale der technischen Lösung, deren Schutz aus Sicht des → Geschäftsmodells wünschenswert wäre (wenn aus Sicht der technischen Innovation betrachtet, dann Erfindungsumgebung). Sie muss im Zuge der Erstellung einer Patentanmeldung gegen den Stand der Technik abgegrenzt werden.
Alleinstellungsumgebung Im Rahmen des →   synthetischen Erfindens identifizierte technische Fragestellung, die wesentlich zur Herbeiführung eines bestimmten
→ Kundennutzens beiträgt. Die Alleinstellungsumgebung beschreibt dabei die technische Lösung in groben Zügen, aber noch nicht die konkrete Erfindung an sich. Sie muss daher weiter auf den → Alleinstellungskern hin konkretisiert werden.
Alleinstellungsvermittlung Sektor IV der → 360° IP-Strategie. Einsatz von IP zur Herstellung einer möglichst einzigartigen Kommunikationsposition und damit einer → Unique Communication Position (UCP).
Big Data Menge von unstrukturierten, also nicht in relationalen Datenbankstrukturen repräsentierten, Daten, sowie deren Analyse. Primäres Ziel der Analyse ist das Aufdecken von reproduzierbaren Geschäftsmustern (Mustererkennung, siehe → Künstliche Intelligenz). Big Data wird in der Regel mit → Cloud Computing in Verbindung gebracht, da erhebliche Speicher- und Rechenleistungsressourcen für die Bevorratung und Analyse der Daten notwendig sind.
Blockchain Dezentrale Datenbank, die in einem Netzwerk (z.B. dem Internet) auf verschiedenen Rechnern gespiegelt vorliegt. Die Datenbank ist eine kontinuierlich erweiterbare Liste von Transaktionsdaten und Zeitstempeln, sogenannten „Blöcken“. Diese Blöcke sind kryptographisch miteinander verkettet („chain“). Da jeder Block auf dem anderen aufbaut, können diese nachträglich nicht mehr geändert werden. Würde ein Block nachträglich geändert oder gelöscht, würden alle nachfolgenden Blöcke zerstört. Man spricht auch von einem digitalen, dezentralen Kontobuch.
Cloud Computing Computer-Architektur, bei der digitale Dienste (Cloud-Services), wie z.B. Rechenleistung oder Speicherkapazität, auf Bedarf über das Internet (die Cloud) bereitgestellt werden. Der Anwender von Cloud-Services betreibt die Softwareapplikation, Plattformen, sowie die notwendige Hardware und Infrastruktur nicht selbst, sondern bezieht die Leistungen über das Internet bzw. ein Computer- und Kommunikationsnetzwerk.
Cyberphysikalische Systeme (CPS) Integrationen von mechanisch-physischen Elementen (Aktoren), Sensoren sowie Software (z.B. Datenmodellen, siehe auch → digitaler Zwilling), die durch Vernetzung kommunizieren können. Bei CPS handelt es sich um vernetzte Komponenten, die ihre physischen Aktionen untereinander abstimmen und ggf. auch autonom agieren können und die die für den Betrieb und die Steuerung notwendigen Daten untereinander austauschen. CPS sind typische Implementierungen von → Industrie 4.0 Lösungen.
Differenzierungswettbewerb Ein im Differenzierungswettbewerb stehendes Unternehmen bietet im Markt eine Leistung an den Kunden an, die grundsätzlich auch von Wettbewerber angeboten wird.
Aus Sicht des Kunden sind die Leistungen zumindest vergleichbar. Ziel des eigenen Unternehmens ist es, einen vom Kunden wahrgenommenen Nutzen mit möglichst großer Alleinstellung anbieten zu können. Dieses Differenzierungskriterium sollte möglichst exklusiv sein, es sollte gegen den Wettbewerb durchsetzbar sein und es sollte nachhaltig sein.
Digitale Plattform Form von → digitalen Geschäftsmodellen. Charakteristisch ist die Netzwerkstruktur, wodurch sich eine Vielzahl von Teilnehmern sowohl auf der Anbieter- wie auch auf der Nachfragerseite austauschen können. Mit der Anzahl der Teilnehmer steigt der Nutzen der Plattform. Dieser Netzwerkeffekt kann so stark sein, dass eine einzelne Plattform ganze → Eco-Systeme wirtschaftlich dominieren. Die → digitale Transformation von Eco-Systemen führt zur grundlegenden Veränderung (Disruption) von industriellen → Wertschöpfungsketten. Digitale Plattformen erfassen, sammeln und verwerten systematisch Daten der Teilnehmer, um damit Wertschöpfung zu betreiben.
Digitale Transformation Veränderung von → Geschäftsmodellen und → Eco-Systemen durch die → Digitalisierung. Charakteristische Veränderungen durch die digitale Transformation sind Autonomisierung, Flexibilisierung, Simulation und Modellierung, Individualisierung sowie Empfehlung und Optimierung. Triebkräfte hinter der digitalen Transformation sind Effizienzgewinne und Effektivitätssteigerungen durch den Einsatz digitaler Technologien wie zum Beispiel: → IoT, → M2M, → Cloud Computing, → Blockchain, → Künstliche Intelligenz, → digitale Zwillinge, → cyberphysikalische Systeme, oder → Big Data.
Digitaler Zwilling Computergestützte, digitale Abbildung eines real-materiellen oder immateriellen Objekts (z.B. Dienstleistung, Prozess) bzw. einer Vielzahl solcher Objekte in der virtuellen Repräsentation, beispielsweise durch ein Datenmodell. Die virtuelle Repräsentation bezieht sich auf verschiedene charakteristische Eigenschaften des realen Objekts, in Abhängigkeit von der Verwendung des digitalen Zwillings. Das Datenmodell kann aus Beschreibungsdaten des Objekts bestehen (z.B. 3D CAD-Daten), Daten zu den Umgebungsbedingungen und charakteristischen Wechselwirkungen des Objekts mit der Umgebung, Echtzeitdaten sowie beschreibende Algorithmen über das Verhalten des Objekts.
Digitales Geschäftsmodell Digitale → Geschäftsmodelle unterscheiden sich charakteristisch von klassischen in der Nutzung von digitalen Technologien (→ digitale Transformation) zur Schaffung von Mehrwerten für die Kunden, zur Verbesserung von Kernprozessen in der → Wertschöpfungskette bzw. → -architektur für die Etablierung und Nutzung neuer Kanäle zu den Kunden, sowie für Zahlungsmechanismen. Jedes einzelne oder mehrere Elemente des Geschäftsmodells können durch die Nutzung digitaler Technologien effizienter und/oder effektiver gestaltet werden.
Digitalisierung Im engeren Sinn: Umwandlung analoger Werte und Daten in digital verarbeitbare Formate.
Im weiteren Sinn: Zudem Durchführung und Anwendung von digitaler Information und Kommunikation.
Im weitesten Sinn: Digitale Modifikation von Eigenschaften, Verhaltensweisen und Fähigkeiten gesamter Geräte, Maschinen, Instrumente, Produkten und Leistungen. Der Einsatz von digitalen Technologien ist somit nicht auf die IT/ICT-Branche beschränkt, sondern führt flächendeckend in den verschiedenen Wirtschaftssektoren zur → digitalen Transformation.
Digitalpatente Digitalpatente unterscheiden sich von Softwarepatenten oder computer-implementierten Erfindungen in ihrem Bezug auf digitale Geschäftsmodelle. Die geschützten technischen Gegenstände sind ähnlich, wie zum Beispiel Datenmodelle, Prozessabläufe, Algorithmen, Präferenzstrukturen, Dateninputs, Steuer- und Regelungsoutputs etc. aber die Wirkung ist unterschiedlich. Digitalpatente zielen darauf ab, wesentliche Komponenten von digitalen Geschäftsmodellen zu schützen und Exklusivpositionen in Wertschöpfungsketten und Eco-Systemen zu erlangen.
Eco-System Auch Business Eco-Systems, beschreibt das Konzept das Wertschöpfungs-netzwerk eines Geschäftsmodells um einen Kundennutzen zu erbringen. Als Erweiterung der Wertkettenlogik von Michael Porter umfasst das Denken in Eco-Systemen auch die Notwendigkeit, Wertgenerierung, Wettbewerb und potenziell disruptive Entwicklungen in einem größeren strategischen Zusammenhang zu betrachten.
Edge Computing Gegenteiliges Computer-Architekturkonzept zu → Cloud Computing. Beim Edge Computing findet die Datenverarbeitung mit Ressourcen vor Ort, in dem jeweiligen Endgerät oder Objekt statt, um Datenströme über ein Netzwerk zu vermeiden bzw. zu reduzieren. Ressourcenschonung und Zeitersparnis (z.B. bei Echtzeitanwendungen) sind typische Gründe für Edge Computing. Ein Spezialfall von Edge Computing ist das → IoT wo Objekte kommunizieren und eine gewissen Eigenintelligenz besitzen.
Erfindungsprinzipien Ursprünglich ein Teil der Theorie zur innovativen Problemlösung (TRIZ, Genrich Altshuller) beruht auf der Erkenntnis, dass Erfindungen grundsätzlich nur auf einer relativ geringen Anzahl von Lösungsprinzipien für technische Probleme beruhen. Erfinderische Leistung beruht auf der Anwendung eines geeigneten Lösungsprinzips für das konkrete Problem.
Erfindungsskizze Ergebnis des → synthetischen Erfindens. Bezeichnet das Übergabedokument des ausgearbeiteten und freigegebenen Erfindungskerns (→ Alleistellungskern in Bezug auf das Geschäftsmodell).
Exklusivitätssphäre Vom Kunden wahrgenommener Nutzen / Mehrwert, der ausschließlich vom betrachteten Produkt (bzw. Leistung) erbracht wird und dessen Einzigartigkeit wegen einer Rechtsposition dauerhaft verteidigt werden kann.
Geschäftsmodell Abstrakte Erklärung der betriebswirtschaftlichen Funktionsweise eines Unternehmens, also wie dieses Mehrwerte für seine Kunden mittels seiner → Wertschöpfungsarchitektur sowie der Schlüsselressourcen und Kernkompetenzen erzeugt werden und wie auf dieser Basis Alleinstellung im Markt erzielt und Gewinne erwirtschaftet werden, eingebettet in → Eco-Systeme und → Wertschöpfungsnetzwerke.
Handlungsfreiheit Operativ betriebliches Ziel von Sektor I der → 360° IP-Strategie als Ergebnis der → Risikobeherrschung. Faktische Wertschöpfung in der Umsetzung eines → Geschäftsmodells ist nur möglich, wenn dabei keine → Verbietungsrechte Dritter verletzt werden. Je höher der Innovationsgrad eines Projektes, desto Wahrscheinlicher ist es, dass das Unternehmen die Fremdschutzrechtssituation nicht kennt und IP-Risiken nicht adäquat einschätzen kann. Dazu dient der → FoA- und → FtO-Prozess als Teil des → IP-Informationsmanagements.
Imitationsunterdrückung Sektor II der → 360° IP-Strategie: Maßnahmen, um bereits bestehende technische Lösungen für den naheliegenden Beschreibungshorizont der Innovation gegen die Nachahmung durch den Wettbewerb zu schützen. Im Fokus der Ansätze stehen die vorhandenen Schlüsselressourcen und Kernkompetenzen zur Umsetzung der Innovation.
Industrie 4.0 Begriffsverwendung insbesondere für die → digitale Transformation der industriellen Produktion. Charakteristisch sind vier technologiebasierte Organisationsprinzipien, die im Rahmen von Industrie 4.0 zum Einsatz kommen:
– Vernetzung von Maschinen, Geräten, Komponenten (→ IoT), Sensoren und Aktoren sowie Menschen;
– Transparenz von Information zur Abbildung der Realität (→ digitaler Zwilling);
– technische Assistenz, um Entscheidungen zu verbessern durch Aggregation, Verarbeitung und Aufbereitung von Information sowie die Abnahme von Arbeiten;
– Dezentralisierung von Entscheidungen in → cyberphysikalischen Systemen und im → Edge Computing.
Intellectual Property Function Deployment
(IP-FD)
Methode zur Erfassung und Abbildung der für die Gestaltung einer IP-Strategie wesentlichen Informationen in interdisziplinären Teams. Sie wird dazu genutzt, die komplexen und nicht immer augenfälligen Zusammenhänge zwischen Kundenbedürfnissen und Produktmerkmalen zu strukturieren und mit Wettbewerbsinformationen abzugleichen. Aus den Ergebnissen ist ersichtlich, für welche Produktmerkmale aus Sicht des erbrachten Kundennutzens eine möglichst starke Differenzierung von Wettbewerbsprodukten in Form von → Exklusivitätssphären angestrebt werden sollte. Daraus wiederum können Hinweise auf den Bedarf nach strategisch wichtigem IP abgeleitet werden.
IoT (Internet of Things, Internet der Dinge) Vernetzungskonzept physikalischer Objekte, wobei die Objekte sowohl sich selbst als auch andere Objekte identifizieren und gezielt zur Kommunikation adressieren können, wobei die Kommunikation über das Internet stattfindet. Somit meint IoT die Vereinigung der virtuellen Welt des Internets mit der realen Wert der Dinge. IoT beinhaltet auch den Grundgedanken des → Edge Computings und damit der verteilten Intelligenz bzw. der individuellen Eigenintelligenz von Objekten.
IP-Design Strukturiertes toolgestütztes Vorgehen (Design Thinking) zur Deckung des IP-Bedarfs. Dabei werden die benötigten Schutzrechte so gestaltet, dass die in der → IP-Zielmatrix vorgegebenen Ziele bestmöglich erreicht werden (Informieren-Antizipieren-Generieren).
IP-Informationsmanagement Die Organisation der Aufgaben und Prozesse zur Erfassung, Strukturierung, Analyse und Kommunikation aller Informationen, die zur Erarbeitung der strategischen IP-Ziele benötigt werden, sowie der Planung und des Einsatzes der dazu notwendigen Instrumente.
IP-Management Die Organisation der Aufgaben und Prozesse zur Gestaltung, Nutzung und zum Umgang mit IP in allen Funktionsbereichen des Unternehmens, d.h. innerhalb und außerhalb der IP-Abteilung.
IP-Managementprozesse Umfassen die IP-Kernprozesse (Inanspruchnahme, Filing, Anmeldestrategien, Verletzungsverfolgung etc.), die IP-Supportprozesse (Recherchen, Wettbewerbs- und Patentüberwachung, FTO, etc.) und die IP-Strategieprozesse (Bedarfsidentifikation, Bedarfsdeckung → IP-Design).
IP-Strategie
360°-IP-Strategie
Beschreibt zielführende Strategieansätze für eine Innovation im Differenzierungswettbewerb. Eine 360° IP-Strategie dient dazu, alle relevanten Strategieansätze für die Innovation gleichzeitig und konsistent darzustellen. Die Instrumente zur Beeinflussung der Kundenentscheidung stehen dabei im Fokus. Die 360° IP-Strategie besteht aus vier Sektoren. Jeder der Sektoren verfolgt einen anderen generische Zielbereich: → Risikobeherrschung, → Imitationsunterdrückung, → strategische Positionierung und die Vermittlung von Alleinstellung (→ Alleinstellungsvermittlung).
IP-Strategiemanagement Ist Teil des → IP-Managements und beschreibt die Organisation der Aufgaben und Prozesse zur Ermittlung des IP-Bedarfs sowie des → IP-Designs durch die Maßnahmen der → Risikobeherrschung, → Imitationsunterdrückung, dem Ausbau der Marktposition und zur Kommunikation der Alleinstellung (→ Alleinstellungsvermittlung). Die Summe der Maßnahmen wird dokumentiert im Bericht zur → 360° IP-Strategie.
Komplementoren Unternehmen, die in einer → Wertschöpfungsarchitektur Produkte und Dienstleistungen anbieten, die aus Sicht des Referenzunternehmens den Wert der Produkte und Leistungen für den Kunden erhöhen. In zahlreichen, der → digitalen Transformation unterliegenden → Eco-Systemen treten komplexe Kundenbedarfe auf, die nur durch Paketangebote mehrerer komplementärer Sach- und Dienstleistungen gedeckt werden können.
Kundenutzen Von Kunden im Rahmen der Produkt- und/oder Leistungsauswahl wahrgenommene und die Kaufentscheidung / Preisbereitschaft tatsächlich beeinflussende Nutzenaspekte einer Leistung.
Künstliche Intelligenz Teilgebiet der Informatik, das sich mit Problemlösungsverhalten durch Computersysteme beschäftigt. Die wichtigsten Methoden sind dabei die Wissensrepräsentation sowie das Schließen und Folgern durch Nutzung des repräsentierten Wissens, z. B. durch Mustererkennung. Insbesondere die Bereiche des Lernens und des Simulierens menschlichen Problemlösungsverhaltens steht dabei im Vordergrund. Beim Lernen werden Methoden angewendet, um Computerprogramme in die Lage zu versetzen, nicht nur auf Basis von bereits vorhandenem, repräsentierten Wissen zu agieren, sondern durch Auswertung von gekannten (maschinenlesbaren) Problemen und ihren gekannten (maschinenlesbaren) Lösungen das Programmwissen selbständig zu erweitern (machine learning).
M2M (M-to-M, Maschine-zu-Maschine Kommunikation) Unteraspekt von → IoT. Während das IoT-Konzept auch einfachste Alltagsgegenstände umfasst, die miteinander bzw. mit oder über das Internet kommunizieren, bezieht sich M2M auf den automatisierten Informationsaustausch von Maschinen, Automaten und beispielsweise Fahrzeugen untereinander. M2M ist sehr viel älter als IoT und findet in der Regel in geschlossenen Systemen bzw. Netzwerken statt; daher hat M2M einen starken Unternehmens- und Industriebezug.
Markenpersönlichkeit Grundkonzept der Assoziierung einer Marke mit menschlichen Eigenschaften, aus der Erfahrung und damit einhergehenden Lernprozessen mit den mit der Marke in Verbindung gebrachten Produkten und Leistungen.
Markenpositionierung Die Markenpositionierung geht von der Vorstellungswelt der Zielgruppe aus und versucht dort eine Wahrnehmung einzunehmen, die mit der → Markenpersönlichkeit korrespondiert.
Markenversprechen Das Markenversprechen ist das aktiv kommunizierte Nutzenversprechen (siehe → Unique Selling Position) und beschreibt somit die kommunizierten Aspekte der → Markenpersönlichkeit. Das Markenversprechen löst bei der Zielgruppe eine möglichst einzigartige und differenzierte Nutzenerwartung hervor.
Marktpositionsgestaltung Sektor III der → 360° IP-Strategie. Differenzierungskriterium des Leistungsangebots, das möglichst exklusiv ist, das gegen den Wettbewerb durchgesetzt werden kann und das nachhaltig ist; Grundlage für das Einfordern von einem → Preispremium im → Differenzierungswettbewerb, sowie zur Abschöpfung vorhandener Zahlungsbereitschaften (siehe → Mehrwertposition).
Marktwettbewerber Unternehmen, die über Produkte im Markt verfügen, die gleiche / äquivalente Kundenbedürfnisse befriedigen, oder die gleichen Kundenprobleme lösen.
Patenttypen Klasse von etablierten Problem-Lösungskombinationen in der Patentliteratur, die sich auf einen schutzwürdigen Aspekt eines → Geschäftsmodells bzw. der → Geschäftsmodellrealisierung beziehen.
Risikobeherrschung
Risikomanagement
Sektor I der → 360° IP-Strategie: Maßnahmen, um die sich insbesondere aus Fremd-IP ergebenden Risiken zu erkennen, deren Realisierung zu verhindern und / oder Vorkehrungen für die Realisierung zu treffen. Die Maßnahmen bestehen in der Regel in Recherchemaßnahmen, Aufbereitung der Ergebnisse, Berücksichtigung in der F&E und ggfs. in der Lizenznahme.
Strategisches Verbieten Dient der Sicherung des eigenen Marktzugangs und der Schaffung einer möglichst exklusiven Marktposition. IP wirkt in solchen Fällen als Markteintrittsbarriere und schafft durch die Verbotswirkung eine exklusive Marktposition. Die Wirkung des strategischen Verbietens gilt es auf den Wettbewerb zu fokussieren.
Strukturwettbewerber Unternehmen, die grundsätzlich die technische Kompetenz hätten, die in dem betrachteten Produkt verwendeten → Systemkomponenten ebenfalls zu realisieren. Dazu müssen sie im Moment über kein entsprechendes Marktangebot verfügen, aber aufgrund ihrer technischen Expertise in der Lage sein, basierend auf den gegebenen Systemkomponenten eigene Produkte zu entwickeln und in den Markt einzutreten.
Synthetische Erfindung Gezieltes Ableiten einer durch Patente schützbare Erfindung aus dem durch eine Leistung erbrachten → Kundennutzen – die technische Entwicklung der Lösung ist dazu nicht nötig.
Systemkomponenten Einzelkomponenten einer Innovation, die für die Erbringung eines bestimmten Kundennutzens notwendig sind. Zur Identifikation der Systemkomponenten eines Produkts werden in der Regel die funktionalen Zusammenhänge in den Fokus gestellt und Teilsystemen des Produkts zuordnet.
Technologieradar Teil des → IP-Informationsmanagements innerhalb des → IP-Management-systems zur Überwachung potenziell disruptiver Entwicklungen im → Eco-System eines → Innovationsszenarios.
Umbrella-IP (Sperr- und/oder Vorratspatente) Frühzeitig im Innovationsprozess erstellte IP-Rechte, die dafür sorgen sollen, dass der Weg für geplante Entwicklungen frei bleibt und nicht durch Rechte Dritter versperrt werden kann.
Unique Communication Position (UCP) Von Kunden als einzigartig wahrgenommene Kommunikation. Wird in der Regel dadurch hergestellt, dass sowohl der → Kundennutzen, der im Wesentlichen die Argumentation gegenüber dem Kunden beeinflusst, als auch die entsprechende Präsentation exklusiviert wird.
Unique Selling Proposition (USP) Leistungsmerkmale des Produkts / der Dienstleistung, durch die sich das Angebot vom Wettbewerb abhebt und die einen überlegenen → Kundennutzen bereitstellen. Das Generieren einer → Exklusivitätssphäre um diese Mehrwerte ist eines der Ziele der Entwicklung einer → 360° IP-Strategie.
Verbietungsrecht Geistiges Eigentum, wie zum Beispiel Patente sind als negatives Recht konstruiert. Durch den Ausschluss Dritter von der wirtschaftlichen Nutzung wird das Eigentum hergestellt. Nur der Patentinhaber darf über die wirtschaftliche Verwertung des patentgeschützten Gegenstands verfügen.
Werthebel Geschäftsmodellelement, das bei jeder Anwendung in der Leistungserbringung einen hohen Wertschöpfungsbeitrag liefert und als Quelle eines nachhaltigen Wettbewerbsvorteils angesehen werden kann.
Wertschöpfungsarchitektur Begriff für komplexere und modernere Wertgenerierungswege jenseits des traditionellen Wertkettenansatzes, insbesondere bei → digitalen Geschäftsmodellen. Die → digitale Transformation von → Eco-Systemen führt zum Aufkommen von neuen → Geschäftsmodellen auf der Basis komplexer, multidimensionaler Wertschöpfungsarchitekturen. Beim Geschäftsmodell des Orchestrators beispielsweise fokussiert sich ein Unternehmen darauf, eine Wertschöpfungsarchitektur zu regeln. Durch die zunehmende Komplexität von digitalen Produkten und Leistungen in digitalen Geschäftsmodellen werden sogenannte → Komplementoren in der Wertschöpfungsarchitektur immer wichtiger.
Wertschöpfungskette (Wertkette) Abfolge von Aktivitäten (Prozessschritten), die in einem Unternehmen zur Erstellung von Produkten oder Dienstleistungen ablaufen. Entlang der Kette betrieblicher Aktivitäten wird für den Kunden Wert generiert. Unter Wertschöpfung wird die Differenz zwischen der vom Unternehmen erbrachten Leistung und den vom Unternehmen beschafften Vorleistungen verstanden. Die Kette von Abläufen zur Wertgenerierung muss dabei nicht auf ein Unternehmen beschränkt sein, man spricht dann von einer industriellen (industrieweiten) Wertschöpfungskette. Die → digitale Transformation greift auch auf Wertketten (unternehmensinterne und industrieweite) zu, z. B. in Form von → digitalen Plattformen.
Wertschöpfungsnetzwerk Ein Wertschöpfungsnetzwerk beschreibt die Wert- und Leistungsbeziehungen innerhalb eines → Eco-Systems und ist die Grundlage eines → Technologieradars zu einer Innovation