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Zum Beispiel:

Ein Geschäftsmodell beschreibt, wie ein Unternehmen Werte für Kunden herstellt und diese für Kunden bereitstellt. Dabei versteht man unter einem Wert die Fähigkeit eines Gutes, der Befriedigung von Bedürfnissen zu dienen. Ein Geschäftsmodell beschreibt den sachlogischen Zusammenhang, die Art und Weise wie Wertschöpfung betrieben wird, um einen Nutzen für die Kunden zu generieren.

Dieses sachlogische Zusammenwirken wird von zwei unterschiedlichen betriebswirtschaftlichen Perspektiven dominiert: Das ist einerseits die Frage, wie die Kosten der Wertschaffung und Bereitstellung entstehen, also welche Kosten mit der Herstellung eines Kundenutzenangebots einhergehen. Sowie andererseits die Frage, welche möglichen Erträge können aus der Bedürfnisbefriedigung bei den Kunden generiert werden können. Das ist die Abschöpfung der Zahlungsbereitschaft bei den Kunden.

Diese beiden grundlegenden Fragestellungen kennzeichnen die beiden Seiten eines Geschäftsmodells: die Ressourcenperspektive und die Marktperspektive. Die Ressourcenseite fokussiert auf der Herstellung der Werte durch eine Wertschöpfungsarchitektur und durch den Einsatz von Schlüsselressourcen in Prozessen mit Hilfe von Kernkompetenzen. Durch die Ressourcenseite wird die Kostenwirkung im Geschäftsmodell definiert.

Die Marktseite ist charakterisiert durch den Marktzugang und die Marktposition des Unternehmens und seiner Leistungen sowie der Differenzierung und Alleinstellung gegenüber dem Wettbewerb. Durch die Marktseite wird die Ertragswirkung im Geschäftsmodell beschrieben.

Mit der technologischen Weiterentwicklung und Veränderungen in den Marktbedürfnissen sind schon immer innovativen Geschäftsmodellen einhergegangen. So hat beispielsweise die Firma Dell die Lieferkette von individuell zusammengestellten Personal Computern revolutioniert. Lego hat das Systemspielzeug und die Gestaltung von Bausätzen digitalisiert. Gillette hat das Geschäft mit billigen Handrasierern und teuren, nachrüstbaren Klingen populär gemacht. Xerox hat das pay-per-use Geschäftsmodell entwickelt, um seine teuren Fotokopierer attraktiv für den Markt zu machen. Intel hat die Computerprozessoren in den Mittelpunkt seines Geschäfts gerückt, kommend von Speicherchips und ist eine synergetische Zusammenarbeit mit IBM eingegangen.