Innovations-Management und F&E ohne IP-Strategie? Geht nicht!

Forschung & Entwicklung (F&E) ist die Umwandlung von Geld in Wissen. Innovation ist die Umwandlung von Wissen in Geld“ (Dr. Alfred Oberholz). Ein leistungsfähiges Innovations-Management, effiziente F&E Prozesse gepaart mit einer IP-Strategie sind deshalb heute wichtiger denn je – und das in den meisten Branchen.

Stetig zunehmender Wettbewerb und die Digitalisierung setzen Unternehmen unter enormen Entwicklungsdruck. Die Geschwindigkeit, mit der sich Märkte verändern, verlangt nach schnellen und effizienten Prozessen – für die Umsetzung von Produktideen zu marktfähigen Produkten. Auch die gestiegene Anzahl an Entwicklungsprojekten will kosteneffizient gesteuert und durchgeführt werden. Die größte Herausforderung dabei: Weder die Qualität des Entwicklungsprozesses, noch die Qualität des zu entwickelnden Produktes dürfen unter dem hohen Druck leiden. Klar ist: Dafür muss der F&E-Prozess „laufen wie geschmiert“.

Das A&O einer optimierten F&E-Leistungsfähigkeit sind strategische Überlegungen im Vorfeld. In der Unternehmensvision und -mission müssen Zukunftsbilder definiert werden, die mit Hilfe der langfristigen Strategie erreicht werden sollen. Nur wenn sich die langfristig orientierte Planung der F&E-Aktivitäten inklusive der konkreten Vorgaben für die Projektbewertung und -auswahl nahtlos in diese Zukunftsbilder einfügt, kann das Unternehmen erfolgreich sein. Im Zusammenhang mit der Steigerung der Innovationskraft sind daher folgende Aspekte zu berücksichtigen:

  • Die Aktivitäten der F&E sind kein Selbstzweck, sondern ein Mittel, die Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft sowie den Umsatz und die Ertragskraft des Unternehmens zu steigern. Daher sollte dieser Bereich konsequent an den übergeordneten strategischen Zielen ausgerichtet sein. Neben einer klaren Marktorientierung der Aktivitäten beziehungsweise Projekte zur Vermeidung von „German Overengineering“ spielt auch die aktive Beschäftigung mit mittel- bis langfristigen technologischen Trends im Rahmen Trend-Scouting bezüglich Emerging Technologies eine wichtige Rolle.
  • Ebenso wichtig wird es, bislang branchenfremde „Schrittmacher-Technologien“ zu adaptieren. Denn nur wer diese beherrscht, wird die Branche auch weiterhin als Innovator dominieren können. Der Blick über den Zaun ist deshalb so wichtig, weil er erst echte Optionen für Innovationen schafft. Prominentes Beispiel: Mobiltelefone gibt es schon seit einigen Jahrzehnten. Erschöpfte sich der technologische Fortschritt zunächst in der zunehmenden Miniaturisierung der Produkte, hat erst die Kreuzung der Mobiltelefonie mit der Computertechnologie eine Innovation geschaffen. Fazit: Erst der „Technology Push“ schafft echte Innovationen.

 

Eine entscheidende Frage in diesem Zusammenhang: Wie handhabt ein Unternehmen geistiges Eigentum, um im bestmöglichen Maße den Kundennutzen von Innovationen gegenüber dem Wettbewerb abzusichern?

Bei entwicklungsgetriebenen Überlegungen um „Schutzrechte“ und Erfindungen geht häufig der bestimmende Charakter von geistigem Eigentum verloren: Es handelt sich um Verbietungsrechte. Für das Innovations-Management ist also weniger das selbst Erfundene entscheidend, als vielmehr das, was man verbieten will. Mit dem Verständnis des Verbietungsrechts und der Zielvorstellung einer eigenen, möglichst exklusiven Angebotssituation beim Kunden (Unique Selling Proposition), kann das Unternehmen eine klare Vorgabe für die IP-Strategie im Differenzierungswettbewerb formulieren – sie kann echte Exklusivität beim Kunden ermöglichen und damit Wissen in Geld umwandeln!

Eine enge Verzahnung zwischen Unternehmens-, Innovations- und IP-Strategie sowie „sauberen“ F&E Prozessen liegt also auf der Hand. Nur durch dieses Zusammenspiel, das regelmäßig (z.B. jährlich) auf den Prüfstand kommt und entsprechend aktualisiert wird, lässt sich ein zielorientiertes Innovationsmanagement gewährleisten.

 


Dr. Dirk Artelt und Dr. Peter Fey sind Autoren zahlreicher Artikel zum Thema u.a.

https://www.wieselhuber.de/aktuelles/mitteilungen/mitteilung/-/611/FE_zwischen_Kreativitaet_und_Wirtschaftlichkeit/

https://www.wieselhuber.de/aktuelles/mitteilungen/mitteilung/-/520/WP_Dossier_Medizintechnik-Branche_im_Umbruch/

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